Digital 2018 – Thesen und Take-Aways (I/II)

 
 

Digital 2018 – Thesen und Take-Aways (I/II)

Unsere Strategen Severin und Emanuel haben die zweitägige Innovationskonferenz Digital2018 in Köln besucht und für euch die wichtigsten Kernaussagen und Thesen der Experten und Aussteller in einem zweiteiligen Listicle zusammengefasst. Wer Lust hat, darüber hinaus noch mehr zu erfahren oder sein Wissen weiter zu vertiefen, dem legen sie die passenden Reads zum jeweiligen Thema ans Herz. Viel Spaß mit Teil I!

Jamie xx - Gosh

Wie das virtuelle kollektive Bewusstsein gesellschaftliche Debatten in die Publikumsagenda katapultiert

Unter anderem mit der »Moral von Social Media« beschäftigte sich Sören Stamer, CEO der CoreMedia AG in seinem Vortrag. Seine These: Die durch zunehmende globale Vernetzung steigenden Möglichkeiten zur Expression des kollektiven virtuellen Bewusstseins (engl. Kurz VCC) befördern ethische Debatten mit bisher ungeahnter Macht in das Zentrum weltweiter öffentlicher Diskurse. VCC kann dabei als Wissen definiert werden, das von einer Vielzahl von Menschen geteilt und über Soziale Medien distribuiert bzw. multipliziert wird. Spontanität, Homogenität und Synchronizität bilden dabei die zentralen Katalysatoren der Verbreitung der gemeinsamen Überzeugung, Botschaft oder Emotion (Marzouki & Oullier, 2012). Für Marken impliziert dies gleichermaßen Chancen wie Gefahren. Wer verschleiert wird früher oder später enttarnt und verliert. Gleichsam werden authentische Marken mit Mut, Haltung und Kante zu den großen Gewinnern in einer Welt, in der nichts dauerhaft geheim bleibt. Dabei folgen kollektive Bewusstseinsprozesse in ihrer Entwicklung einem klar vorhersagbaren Entstehungsmuster in Form einer zunächst asymptotisch zur x-Achse verlaufenden und später exponentiell ansteigenden Intensitätskurve.

 

Wir denken:

In der beschriebenen Entwicklung sehen wir als Agentur vor allem eines – eine Chance, denn die zunehmende Bedeutung und Vorhersagbarkeit kollektiver Bewusstseinsprozesse liefern gut vorbereiteten Marken Zeit und Gelegenheit im Sinne ihrer eigenen Überzeugungen in den öffentlichen Diskurs einzusteigen und so das Profil des Markenimages zu stärken.

 

Weitere Reads zum Thema:

    • Best Practice: Mit Colin Kaepernick als Testomial seiner 30 Jahre »just do it« Kampagne zeigt Sportartikelhersteller Nike nicht nur Haltung und Kante, sondern auch Solidarität mit dem kollektiven Bewusstsein der eigenen Kernzielgruppe. Die Resultate waren nicht nur intensive Identifikationsprozesse mit der Marke sondern auch wirtschaftlicher Erfolg: https://bit.ly/2TytANX

 

  • Breite mediale Aufmerksamkeit erhielten das VCC Modell von Marzouki et al. (2012) sowie dessen Implikationen erstmals durch nachfolgenden Artikel in der Huffington Post: https://bit.ly/2TvrTkt

KI kommt nicht, KI ist angekommen

Die Konsolidierung „Künstlicher Intelligenz“ bildete den zentralen Inhalt einer Vielzahl von Keynotes auf der Digital18. Anders formuliert: KI ist kein Zukunftsthema, sondern hat sich bereits als integraler Bestandteil innovativer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle etabliert. Allerdings bestehen vor allem im deutschen Markt weiterhin Vorbehalte. Eine geringe wahrgenommene Verlässlichkeit von KI-Lösungen sowie mangelndes Know-How bilden die entscheidenden Barrieren bei der Integration von KI-Systemen in deutschen Unternehmen. Auch auf Konsumentenseite stellen Vertrauensprobleme den zentralen Vorbehalt gegenüber KI-Systemen dar. Obwohl 75% der Bundesbürger KI ein Begriff ist und ein beinahe ebenso großer Anteil (73%) bereits einfache KI-Anwendungen genutzt hat, befürchten 78% der Bundesbürger, dass KI Machtmissbrauch und Manipulation Tür und Tor öffnet. Zudem gehen 64% davon aus, dass KI faktenbasierte Entscheidungen lediglich vorgaukelt.

 

Wir denken:

Der Erfolg und Misserfolg von KI-basierten strukturellen sowie kommunikativen Maßnahmen ist vor allem auch eine Vertrauensfrage und damit nicht nur eine technologische, sondern primär auch eine psychologische Herausforderung. Wer bei Entwicklung und Gebrauch KI-basierter Anwendungen nicht konsequent human-centered denkt und handelt, wird Menschen nicht begeistern können und kein Vertrauen schaffen.

 

Weitere Reads zum Thema:

    • Mit nur drei Tagen Training spielt Googles KI Alpha Go Zero beinahe jedes Spiel besser als jeder Mensch: https://bit.ly/2zfjji2

 

    • Zum Thema Vertrauen: KI-Forscher Toby Walsh spricht mit dem t3n Magazin über die Grundsatzfragen der künstlichen Intelligenz: https://bit.ly/2DBiEK3

 

Digitale Spiele: Vom Nerd-Thema zum Leitmedium

Digitale Spiele entwickeln sich zunehmend zum gesellschaftlichen Leitmedium. Davon ist Kulturwissenschaftler und Gameentwickler Manouchehr Shamsrizi überzeugt und bezeichnete diese in seiner Keynote gar als die größte Kulturtechnik unserer Zeit. Nach Angaben des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware aus dem Jahr 2018 spielen in Deutschland rund 34,3 Millionen Menschen aus allen Bildungsschichten regelmäßig digitale Spiele. Knapp die Hälfte (47%) davon sind Frauen und das Durchschnittsalter der Spielenden liegt bei 36,1 Jahren. Dabei werden all diese Zahlen in Zukunft noch weiter steigen. Als Teil des gesamtgesellschaftlichen Alltags werden digitale Spiele so zwingend zum Gegenstand öffentlicher Debatten sowie persönlicher Diskurse und erfüllen damit Aufgaben, die ehemals das Leitmedium TV weitgehend exklusiv innehatte.

 

Wir denken:

Ein für uns zentrales Element stellt dabei die strukturelle Veränderung bzw. Erweiterung von Sportkultur im Zuge der steigenden Popularität von E-Sports dar. Hier eröffnen sich nicht nur neue, kulturelle Partizipationsmöglichkeiten und wertgeladene Aktionsfelder für Marken, sondern darüber hinaus ebenfalls ungeahnte Reichweitenpotenziale, Targeting- und Direktmarketingoptionen.

 

Weitere Reads zum Thema:

    • Case: RetroBrain entwickelt Games für Senioren, die zu einem gesunden Altern beitragen sollen: https://bit.ly/2OW9GsW

 

    • Der Jahresreport der deutschen Games-Branche beleuchtet die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung von digitalen Spielen in Deutschland: https://bit.ly/2zqc4m7

 

  • Einen eindrucksvollen Einblick in die Strukturen und Entwicklungen sowie die steigende globale Popularität von E-Sports liefert der t3n-Podcast »E-Sports: Der Sport der jungen Generation?« mit Hans Jagnow, Präsident des E-Sport-Bundes Deutschland: https://bit.ly/2BoJOCl

 

Teil 2 der Thesen und Take Aways von der Digital 2018 gibt es hier.

 

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